242: Dates mit New Yorker Ladies 1 / 3

December 4, 2007

Mein erstes Date mit einer meiner Top Frauentypen war vor gut vier Jahren. New Yorkerinnen sind etwas Besonderes. Und sie sind aktuell. Hochaktuell. Deshalb ein kurzer Schwenk zu einer meiner ersten Dates dort. Ich versuche mich daran zu erinnern.
Mir ging es gut. Ich lief gerade von meiner Leiblingsbar zu einer befahreneren Straße, um ein Cab zu bekommen. Die Bar hatte gerade dicht gemacht. Ich war einer der letzten, und mit mir die anderen letzten, aus meiner und den anderen letzten Bars. Plötzlich hörte ich Deutsch hinter mir. Zwar mit einem starken US-amerikanischen Akzent, aber es war unverkennbar. Und die beiden Damen klangen sympathisch.


Hinter mir erwartete mich ein Anblick, der sich in mein löchriges Gedächtnis eingebrannt hat. Links stand eine große, schlanke aber unglaublich weibliche Dame. Sie hatte lange blonde Haare und noch längere Beine, deren Länge durch die unendlichen Wiederholungen des Strumpfmusters nicht gerade verkürzt wurden. Neben ihr eine temperamentvolle Brunette mit einem südländischem Hauch. Beide stellten jegliche Gesprächspartnerinnen des Abends, vielleicht auch der Woche, in den Schatten.

Ich wartete bis beide fast an mir vorbei gegangen waren und sprach sie an. Auf Deutsch. Sie waren erstaunt. Und lachten etwas beschämt. Ich hatte sehr wohl mitbekommen, wie knackig sie den afro-amerikanischen Türsteher mit der Glatze fanden. Amüsanterweise wusste ich wen sie meinten, weil mir seine Ausstrahlung auch schon aufgefallen war. In einem kleinen Gespräch stellte sich heraus, dass sie von der Bar aus zwei Häuserblocks hinter mir wohnten. Wir teilten uns das Cab. Und trafen uns am nächsten Abend in ihrer Lieblingsbar, die auch wesentlich näher war.

Ich hatte mich gut heraus geputzt, fast zwei Stunden lang. Diese blonde Trisha musste ich näher kennen lernen. Ihre Mundwinkel des Abschiedslächelns gingen mir nicht aus dem Kopf. Sie war neugierig geworden. Aber mir war klar, dass es schwer wird. Sie war schätzungsweise ein bis zwei Jahre älter als ich. Ob das gut geht? Wahrscheinlich nicht.

Ich holte die erste Runde und wir lachten über nicht lustige Dinge und schnappten bei amüsanten Themen lachend nach Luft. Es war schön. Trisha war sehr an meiner Arbeit interessiert. Mindestens so sehr wie ich an ihrer. Sie leitete eine Fachabteilung einer Investmentbank. Bankerinnen sind eine sündhafte Kombination aus Scharfsinn, toughness und Zielstrebigkeit. Alles was ich in einer Frau schätze. Aber endlich in einer vereint. Sie schien mir gegenüber aber auch nicht abgeneigt und berührte mich drei bis vier Mal mehr oder weniger unabsichtlich - Frauen berühren nie unabsichtlich. Vor allem nicht Bankerinnen. Und noch viel weniger an der Stelle. Aber aus dem Nichts kam plötzlich das Thema auf, das ich am Meisten befürchtet hatte.  “How old are you, by the way?” Well… Lügen?

Ich habe eine Schwäche für Frauen, die eins bis zwei Jahre älter sind. Davor hatte es nie mit der Wahrheit funktioniert. Aber lügen? Wie komme ich wieder heraus, falls wir uns doch für mehr als ein paar Stunden näher kommen sollten? Sie war scharf auf mich. Sie hatte zuviele Andeutungen gemacht, zuviele Blicke geworfen und zwei Mal ganz deutlich meinen Hintern mit ihrer Hand gestreift. Sie würde die Wahrheit vertragen und ich würde die bisher begehrenswerteste Frau meines Lebens in mein Hotel mitnehmen können. Alleine die Vorstellung, dass sie im kreisrunden Marmorbad sich an der für keinen anderen Zweck denkbaren vergoldeten Stange festhält und auf mir hockt. Und dabei von den Bläschen den Rücken massiert bekommen. Kleine Stückchen Schaum würden ihren Körper hinunterlaufen und ich würde sich auflecken. Für dieses Erlebnis hätte ich fast alles getan.

“Well, let’s grab a beer again, someday”. Der Unterton des “eines Tages” machte es klar. Sie würde mich nicht wieder sehen wollen. Hätte ich vor knapp 45 Minuten doch gelogen. Ich löschte ihre Nummer und ärgere mich jetzt.

Comments

One Response to “242: Dates mit New Yorker Ladies 1 / 3”

  1. Man in Metropolis on December 4th, 2007 2:52 pm

    C´est la vie. Verluste durch Flüchtigkeitsfehler. Sind zu verschmerzen.

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