235: Einsam in Berlin

April 12, 2007

Desiree musste einfach sein. Sie hatte die richtige Mischung, der Abend hat sich gelohnt. Naja, fast. Aber dies weite ich zu einem anderem Zeitpunkt aus. Am Tag darauf musste ich auch direkt schon los. Zuerst kurz nach München, um etwas ab zu holen und für ein wichtiges Abendessen. Jetzt bin ich mittlerweile in Berlin angekommen, mit einigen riesigen Grafikdrucken, die ich bei einer größeren Präsentation als Trumpf einsetzen möchte.

Berlin gefällt mir und gefällt mir nicht. Es ist eine große, abwechslungsreiche und lebendige Stadt mit vielen interessanten und unterschiedlichen Menschen. Aber es verläuft sich aber zähflüssig in triste Weiten, sieht irgendwann immer wieder gleich aus und wirkt abgefu..t. Trotzdem gefällt es mir mehr als es mir missfällt. Berlin hat einfach diesen schmutzigen Charme.

Aber dieses herumreisen, das Angehen von neuen Herausforderungen hat auch irgendwie seine Schattenseiten. Ich bin mir sicher, dass ich den Auftrag kriege, es wird interessant und macht auch Spaß. Aber das ist nicht alles.

Jetzt sitze ich hier vor einem Cafe, das schon lange zu gemacht hat. Es ist spät, oder früh, je nach Ansicht. Die unerwartete Stille wird nur selten durch ein Rascheln in den Bäumen unterbrochen. Ein Blatt rollt an mir vorbei und berührt dabei nur sanft den Boden. In dieser Ruhe, dieser Stille, strahlte mich ein Ort förmlich an. Die Parkbank, die in einer kleinen Zeile mit Bäumen stand, ganz abgelegen und verdeckt durch Gestrüpp, mit Blick auf eine kleine Wiesenenklave mitten in einer Art Mini-Park. Sie sieht einladend aus, verheißungsvoll, still, entspannend. Ich setze mich gleich dort hin. Aber es ist irgendwie nicht das Richtige.

Etwas fehlt, jemand fehlt. Eine Frau, mit der ich dort sitzen, lachen, quatschen, die Stille genießen könnte. Sie sollte scharfsinnig sein, Humor haben, generell Witz haben. Und man müsste mit ihr Pferde stehlen können. Aber das ist für mich die Schattenseite an Berlin. Die Nacht wird noch lange, kühl und einsam.

Dies habe ich gestern Nacht geschrieben und jetzt einfach veröffentlicht. Bitte entschuldigt jegliche Fehler und eigenartige Formulierungen, ich war etwas verträumt.

Comments

9 Responses to “235: Einsam in Berlin”

  1. Tine on April 12th, 2007 2:22 pm

    Komisch… es gab mal ne Zeit, da war Katharina diese Frau. Oder? Was ist nur passiert?

  2. Ju on April 13th, 2007 2:33 pm

    strange.

    ich kanns dir so gut nachempfinden. ich dachte ja, ich sei achso verliebt, aber dann traf ich mich mit ihm, gingen in den zoo und danach saßen wir in einem italienischen biergarten, der richtig süss war.
    was er von sich gab, wie er sich verhielt ließen mich nicht nur zweifeln, sondern ich musste die ganze zeit über meine naivität grinsen. er verstand es natürlich nicht. durch das italienische flair musste ich die ganze zeit an meinem exfreund denken (den ich auch nicht mehr liebe; er war kein italiener aber irgendwas verbindet ihn damit).

    Resultat:
    Das Leben ist ein Wanderweg. Manchmal findet man ein schönes Plätzchen, wo es sich lohnt zu bleiben. Doch werden wir irgendwo für immer verweilen können, Frankie?

    weiteres dazu auch auf meinem blog.

  3. Man in Metropolis on April 16th, 2007 1:20 pm

    Manchmal können solche Momente einen wirklich am Ende weiterbringen.

    Kann ich nachvollziehen.

  4. lonesome on April 22nd, 2007 8:29 pm

    Wo bist du denn hin? Warum schreibst du nichts mehr?

  5. Bea on April 24th, 2007 11:23 am

    Solche Momente gibt immer im Leben, aber ich gebe Dir recht, in Großstädten kommen diese morbiden Empfindungen ans Dämmerlicht.

  6. Isabelle on May 7th, 2007 7:52 pm

    Dieses Gefühl kann ich verstehen. Die Welt wirkt irgendwie langsamer und fängst Dich nach irgendetwas Ehrlichem zu sehnen. Zumindest geht es mir so.

  7. Ju on May 8th, 2007 10:29 pm

    mal wieder wartet alle welt..verrückt

  8. maennerhirn.de on May 9th, 2007 8:47 am

    Hey Frank, (wann) gehts denn hier weiter?

  9. Man in Metropolis on May 10th, 2007 1:09 pm

    Geht´s hier mal weiter oder hat Dich auch das große Blogger-Sterben erreicht ???

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