163: Frank und Katharina - Das Dreamteam

August 15, 2006

Katharina kann einfach alles.Diese Frau ist einfach unschlagbar. Ganz gleich was sie angeht, es gelingt. Wenn ich dann noch mit anpacke, dann glänzt es noch dazu… Wie kann eine Frau so perfekt sein und mich auch noch als perfekte Ergänzung ansehen? Sie ist die Frau, bei der ich mich wirklich erfüllt sehe. Aber sie hat nunmal ihre Schattenseiten…

Immer wenn ich einen Blick von ihr erhaschen kann, einen kleinen Atemzug ihres Dufts wahrnehme oder auch nur ihre Stimme in meinen Ohren klingelt, schlägt mein Herz höher. Ihr Blick lässt mich dahinschmelzen, wie ein Stück Butter im Stahlofen. Sie ist die Frau meiner Träume, und sie wird von Sekunde zu Sekunde noch attraktiver, interessanter und reizvoller.

Es ist eine Wonne ihr beim Gehen zuzusehen, ein Zauber ihr bei Gesprächen zu lauschen und spannend, sie beim Schlafen zu beobachten. Sie fasziniert mich, wie nichts auf der Welt mich fesseln kann. Wie macht sie das? Einerseits weiß ich genau, was ich an ihr finde, andererseits kommen täglich unzählbar viele vorher unbedachte und ungesehene Dinge hinzu. Es ist so, als ob ich in Lebzeiten mich nicht an ihr sattessen könnte.

Katharina und ich können nicht nur gemeinsam Pferde stehlen. Wenn wir stehlen würden, dann eher Ferraris. Letztes Jahr unterwanderten wir einen Konzern und schoben uns gegenseitig Kontakte und Budgets zu. Dieses Jahr fanden wir zielstrebig in der tiefsten chinesischen Provinz den besten Ledermacher der gesamten Provinz und handelten die handgefertigten, echten Schlangenlederstiefel auf den halben Preis hinunter. Es ist wirklich gleich, was wir gemeinsam angehen, wir ergänzen uns perfekt und funktionieren wie eine geölte Maschine. Zusammen könnten wir wirklich nicht nur die Welt erobern, sondern auch noch regieren.

Endlich gibt es einen Partner der nicht hinterher humpelt, sondern jemand, der mitzieht, nein, mich oft auch überholt und es geniesst auch mal überholt zu werden. Sogar Autofahren ist bei uns Teamarbeit. Es sei denn sie hat ihr eigenes Auto. Wie letztlich, wo sie den gemieteten 1er BMW mit max. Motorisierung gegen mein japanisches Sportcoupe ausspielte. Wer kann eine Frau nicht lieben, die mit einem herausfordernden Lächeln auf dem Mund einen rechts auf der leeren Autobahn überholt und gekonnt mit 100 durch eine 60er Kurve brettert? (Ich hab sie in der gleichen Kurve außen mit knapp 135 wieder auf den 2. Platz verwiesen, ich liebe mein handgemachtes Koni Sportfahrwerk.) Sie fährt wie sie ist: zielstrebig, selbstbewusst, strategisch, aber auch vorsichtig, feinfühlig und umsichtig.

Aber wir bilden nicht das übliche langweilige Team. Wir sprechen niemals von uns selbst in der 1. Person Plural. Nein, jeder hat seine Identität, jeder ist sich selbst, das wir verdrängt niemals das ich. Aber das wir wird wertgeschätzt, bei beiden. Sie ist einfach in allen Lebenslagen die Traumfrau schlechthin. Und ich spreche hier noch nicht einmal von Sex… (Zu dem Thema fallen mir in Verbindung mit Katharina nur zwei Worte ein: mind blowing)

Leider hat Katharina so ihre dunklen Seiten. Sie ist schwanger - nicht von mir. Aber sie liebt den Vater nicht, sieht ihn wohl nie wieder und will abtreiben. Damit kann ich also so gerade noch leben. Normalerweise bin ich bei solchen Abtreibungen mindestens skeptisch, aber hier kann ich es nachvollziehen und unterstützen.

Wie ihr sehen könnt, befinde ich mich gerade auf einem Höhenflug. Wenn da nicht dieses kleine Problemchen wäre… Katharina ist manchmal recht still, sehr nachdenklich und kurz davor und etwas länger danach sehr zurückhaltend. Kulturschock? Nein, wenn man von einer “fremden” Kultur zurückkehrt, nennt man das “re-entry” Schock. Also ein re-entry Schock? Oder etwas Tiefgreifenderes?

Comments

2 Responses to “163: Frank und Katharina - Das Dreamteam”

  1. Suse on August 15th, 2006 9:45 pm

    Ich hoffe, du meinst das mit dem “kleinen Problemchen” ironisch. Wenn Katharina so ist, wie du sie beschreibst, wird ihr in diesen Tagen sehr viel durch den Kopf gehen. Eine Abtreibung ist eine so tiefgreifende Entscheidung - ich kann mir kaum vorstellen, dass ihre Nachdenklichkeit nur ein “Re-entry Schock” ist. Anteilnahme und Mitgefühl für ihre Situation zu zeigen helfen sicher, ihre Stille und Zurückhaltung etwas aufzubrechen. Es ist sicher gut, dass ihr die Entscheidung auch gemeinsam tragt - denn wenn ihr tatsächlich euren Weg in Zukunft gemeinsam geht, wird euch diese Entscheidung immer begleiten… und hoffentlich nie einholen (was z.B. sein könnte, wenn ihr aus welchen Gründen auch immer keine Kinder gemeinsam bekommen könntet). Drück euch die Daumen…

  2. Frank on August 16th, 2006 4:07 pm

    Danke!

    Ich glaube sie beschäftigt eher das “Problemchen”, dass wir uns sehr verändert haben. Und sie ist etwas zerwühlt. Das Kind beschäftigt sie weniger, weil ihre Entscheidung sehr fest ist…

Got something to say?