136: Mit einer fremden Gestalt im Spiegel Teil 2: Nur noch mein Schatten

May 28, 2006

Wolken auf meinem Wertehimmel.Ich war mal ein ganz anderer Mensch. Niemanden wollte ich wehtun, keinerlei Drogen irgendeiner Art konsumieren und für das Gute im Menschen stehen. Wie weit ich davon abgekommen bin! *Oder nicht?* Es hört sich naiv an, aber ich hatte es sehr genau ausgearbeitet. Ich hatte einen strengen *Codex, nachdem ich lebte.* Dann kamen die drei Dämonen unserer Welt: Das Geschäft, das Geld und die Frauen.
Ein Freund versuchte es mir deutlich zu machen, was mich schon länger beschäftigte. Lebe ich überhaupt noch das, woran ich glaube? Was ist von meinem Codex übrig geblieben? *Nicht viel, aber dennoch Alles.* Meinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe ich nicht verloren. *Ganz im Gegenteil.* Der ist stärker ausgeprägt denn je. Drogen? Jein. Nur gelegentlich Alkohol, aber niemals mehr als ein paar Bier. Dafür leider sehr viele Zigaretten täglich. Aber die letzten beiden Teile des Codex, das nicht Wehtun und nicht Lügen, die sind vor die Hunde gegangen. *Ich gehe über Leichen. *

Nein, ich habe niemanden getötet. Aber ich habe Eines durch das Geschäft mir angeeignet: Ich halte mich nicht an Regeln. Alles was da ist, wird gebogen bis genau an die Bruchgrenze. Das gilt für alle Lebenslagen. Ich maximiere und optimiere Alles und Jeden. *(Außer meine Rechtschreibung.)* Dabei versuche ich niemanden zu schaden. Dafür gibt es aber zwei Ausnahmen.

Menschen, die Schaden für mich in Kauf nehmen bzw. mir direkt schaden, verlieren jeglichen Respekt. Für den Umgang mit diesen Menschen gelten für mich keine Regel, kein Anstand und keine Rücksicht. Die andere Ausnahme der Direktive *„Unversehrtheit der Anderen“* ist eine gemeine, egoistische Nutzenabwägung. Eine Beziehung ist für jeden Menschen eine Bereicherung. Und wenn die Partner weit auseinanderklaffende Lebenserfahrungen gemacht haben, wird der wenig erfahrene Partner sehr viel mehr profitieren. Da dies nun mal mit den Meisten meiner Partnerinnen der Fall war, hat sie die Beziehung zu mir Einiges gebracht. Dies bilde ich mir nicht nur ein, das wurde mir von fast Allen *ins Gesicht gesagt.*

Sollte also ihr Nutzen aus meiner Sicht ihren Schaden, den sie aus meiner Sicht durch mein unabwendbares Nomadentum erleiden, überwiegen, würde ich Etwas mit dieser Person anfangen. *Um mein Verlangen nach der Beliebigkeit wieder einmal erfolglos zu stillen zu versuchen.* Lügen würde ich nur im Notfall, nicht ganz alle Fakten auf den Tisch legen eher öfter. Was ist da aus mir geworden? *Es ist noch etwas komplizierter.*

135: Mein Dilemma Teil 1: Sabrina

May 27, 2006

Welches nehme ich?Sabrina spielt eine zentrale Rolle in dem unumgänglichen Dilemma meines Daseins. Sie ist meine Partnerin. Ich bin in sie verliebt, sie scheint mich zu lieben. Was will man(n) mehr? *So Einiges.* Sie stellt einer der vier Tore da, von denen ich nur Eines wählen sollte. Die Wahl macht sie mir einfach und wiederum schwer. Warum reite ich mich jetzt zum x-ten Mal in so einen Schlamassel?
Man könnte denken ich kann nicht nein sagen. Aber ich habe es nun mehrfach getan. Nachdem mich Jura Iris so betrogen, und ich gemerkt habe, wie sehr das einem Liebenden wehtun kann, versuche ich „richtigen“ Pfad zu gehen. *Quatsch.* Jedenfalls habe ich Sabrina kein einziges Mal betrogen, und dabei soll es nach Möglichkeit bleiben, bis zum Tag des Dilemmas.

Bisher war mein Beziehungsleben eher wie ein Pferderennen. Wenn ein Pferd es nicht mehr brachte, begann ich auf ein anderes Pferd zu setzen. Manchmal setzte ich auch gleichzeitig auf verschiedene Pferde. Natürlich sollte das nicht unbedingt das Wettbüro mitbekommen. *Ich war zu lange in London.*

Aber es ist Anders. Sabrina ist anders. Sie hat etwas auf dem Kasten. Ich kann sie schon fast als ebenbürtig respektieren. Eigentlich ganz. Wenn da nicht eine einzige Sache wäre… Sie ist zu wenig belastbar. Was ich damit meine ist, dass sie zwar fleißig ist und durchaus mehr schafft als andere Frauen, aber einfach zu schnell quengelt und demotiviert ist. *Schwäche.* Nein, keine Schwäche, eher wie eine *Mimose.* Das ist etwas was ich nicht sehr gerne mag. Ich bin derjenige, der teilweise Nächte durcharbeitet, mal eben für ein paar Monate mit fünfstelligen Schulden oder Gewinnen dasteht, sehr unter Druck geraten kann und des Öfteren auch mal angegriffen oder beleidigt wird.

Das erwarte ich nicht unbedingt von meiner Partnerin, aber sie sollte nicht wegen ein bisschen Rückenschmerzen herumjammern, auch wenn sie noch so schlimm sein mögen. Jammern bringt nichts. *Nutzenoptimierung.* Auch Probleme mit dem Chef sind keine Probleme, sondern Herausforderungen, die nach einer Lösung schreien. Da komme ich dann meistens ins Spiel. Aber in diesen Punkten zeigt Sabrina, dass sie zwar stark ist, aber manchmal etwas zu zart. Ich bin natürlich durch meine Beziehungen zu Katharina und Jura Iris an sehr robuste Exemplare der weiblichen Spezies gekommen, weshalb mir Sabrinas Art mehr auffällt.

Da ich in Zukunft nicht ein stressbefreites oder einfaches Leben haben werde, sollte meine Partnerin schon widerstandsfähig, zielstrebig und aufgeschlossen sein. *Sonst passt es nicht.* Abgesehen von den leichten Abstrichen in der Widerstandsfähigkeit ist Sabrina schon eines der besten *Pferde im Stall.* Sie könnte ein ganz klein wenig versauter sein, und ein wenig mehr Wirtschaftsverständnis aufbringen. Ansonsten ist sie so zauberhaft wie ich es mir vorstellen kann. Ich merke, meine Rationalität hat sich zum Schutz der Emotionen wieder in den Vordergrund gedrängt.

134: Die Zeiten, in denen ich im Auto schlief, sind vorbei

May 25, 2006

Ich habe viele scharfe Kurven hinter mir. Aber ich weiß nicht, ob ich jetzt so weitermachen möchte, oder lieber nur noch gerade aus will.Ja, richtig gelesen. Ich habe im letzten Jahr unzählige Nächte in meinem Auto verbracht. *Alleine.* Nicht weil ich irgendwo herausgeflogen bin. *Ganz im Gegenteil.* Teilweise schaffte ich es noch nicht einmal Strecken von 1,5km zu fahren. *Oder ich wollte es nicht.* Es gab hierfür zwei ganz andere Gründe: Ich war völlig überarbeitet und wusste nicht mehr, wo ich Zuhause bin.
Stell dir vor du arbeitest nicht acht Stunden, und auch nicht 14 Stunden, sondern 27 Stunden fast am Stück. Dabei hast du dreimal eine 30 Minuten lange Pause, und kannst ab und zu zum Telefonieren an die „frische Luft“, also auf den Balkon zu einem Hinterhof. Du darfst dir aber keinerlei Fehler leisten, musst ein perfektes Vorbild für deine unerfahrenen und undisziplinierten Mitarbeiter sein (sie waren aber wenigstens fleißig). *Kein Schlaf.* Jetzt stell dir vor du musst das 1-2 Mal pro Woche machen, acht Monate am Stück. Die restlichen Tage sind nicht frei, sondern an denen arbeitest du nur 16 Stunden und an einem Tag in der Woche nur 6 Stunden (Sonntag). Dies alles machst du nur, damit du nicht mit 30.000 € Miesen aus einem Alptraumprojekt gehst. *Wer steht schon gerne mit 25 am Abgrund.*

Aber das war gar nicht das Hauptproblem. Jetzt arbeite ich nur noch 6-10 Stunden pro Tag, und fühle mich wie im paradiesischen Urlaub. Nein, das Problem war privater Natur. Ich liebte eine Frau. Das begriff ich damals aber nicht ganz. Parallel hatte ich noch eine kurze Affäre mit einer Krankenschwester in Hamburg, und eine lange Affäre mit einer Kommilitonin in meiner Stadt. Ich weiß bis heute nicht, wieso ich Katharina betrog. Sie hat es nicht verdient. *Wer verdient so etwas schon?* Aber Desiree war zu reizvoll, eine junge, unverbrauchte, tussige, unterbelichtete aber hoch motivierte Sexbombe. Und Maria bot mir gelegentlich für wenige Stunden einen Hauch von Zärtlichkeit und Ruhe in einem Projekt, dass mich zu zerreißen drohte.

Aber spätestens wenn man am Wochenende mal zurück in seine Heimatstadt kam, und vielleicht wieder in einer nicht anonymisierten vier Sterne Hotelumgebung wohnt, treten ganz neue Probleme auf. Beide Frauen (Partnerinnen) warten sehnsüchtig. Die eine hat die gemeinsame Wohnung geputzt, alles so wie ich es mag zurechtgelegt, und etwas Gutes zu Essen vorbereitet. Sie erinnert mich an die geteilten häuslichen Pflichten, denen ich nicht nachkomme, an die Liebe, die ich nicht ganz erwidern konnte. *Ich war nicht reif genug.* Und sie stellte die Aufopferung dar, die sie mir bot, und die ich ebenso wenig erwiderte. Katharina stellte einfach alles dar, was ich an mir und meinen fesselnden Verpflichtungen verabscheute. Und sie würde alles im Bett tun, um mich aufzumuntern.

Desiree dagegen hätte sich neue Unterwäsche gekauft, Essen besorgt und würde in Strapsen und high heels sehnsüchtig auf mich warten. Sie würde in ihrer unreifen Naivität meine Probleme nicht verstehen, und mir eine heile, unbedrückte Welt bieten, in der ich mich für einige Stunden vergessen könnte.

Zu wem fahre ich? Oft genug habe ich beide angerufen, und von einem weiteren Arbeitstag in Hamburg gelogen. Die Nacht würde ich dann in meiner Heimatstadt im Auto verbringen, am nächsten Tag bei einem guten Freund oder einem befreundeten Unternehmer unterkommen und arbeiten. Erst später käme ich dann zuerst zu der Einen, hätte Sex, und führe dann nach einer gründlichen Dusche und anschließendem intensiven Karate Training zu der Anderen. *Der Geruch verrät den Mann sonst.* Aber die Zeiten sind doch vorbei. Trotzdem ist es jetzt keinen Deut besser.

133: Zwischennotiz: Es läuft momentan nicht rund

May 24, 2006

Ja meine lieben BesucherInnen. Ich kann nicht immer definitiv jeden Tag etwas schreiben. *Leider.* Aber ich werde wieder mehr schreiben können. Sabrina war jetzt einige Tage bei mir und es war gelinde gesagt “etwas schwer”. Vor allem das Bloggen, aber auch einige andere Dinge. *Erklärung später.*

Ich werde mich später heute wieder dransetzen, momentan hänge ich am Dilemma. Es wurmt mich, und es ist sehr schwer zubeschreiben. Außerdem muss ich mir jetzt ersteinmal ein neues Macbook holen.

132: Partnerdynamik: Kommt eine, kommen sie alle

May 22, 2006

Es gibt oft böses Blut, wenn man eine Dame wegen einer anderen von der Bettkante stößt.Ist es nicht eigenartig, dass man(n) sich meistens zwischen mehreren oder keinem Partner entscheiden muss? Mir passiert es immer wieder. Entweder es gibt (fast) niemanden, oder direkt zwei bis drei potenzielle Partner. Vor allem wenn ich gerade in einer Beziehung bin, bieten sich einige Andere an. Wieso ist es so? Der Grund hierfür liegt in der Ausstrahlung und in den Systematiken der Partnerwahl. *Kommt eine, kommen sie alle.*
Fast alle meine Beziehungen habe ich wegen einer neuen Partnerin abgebrochen. *Dreckig.* Es gab dabei manchmal auch hässliche Überschneidungen. Die längste war wohl sechs Monate lang. Ob man da von einer Überschneidung reden kann, oder von einem Doppelleben ist fragwürdig. Aber: Doppelleben sind kein Problem, *mit den Dreifach- und Vierfachleben wird es dann schwer.*

Der Grund hierfür liegt darin, dass viele Menschen in einer glücklichen Beziehung ausgeglichener, selbstsicherer und glücklicher sind. Dies wirkt sich auf die Ausstrahlung aus, und macht diese Person ein Stückchen sexier als sie sonst ist. Außerdem greift das gute alte fast leere Supermarktregalargument: Wenn zwischen vollen Regalen ein Regal oder ein Bereich fast leer ist, schaut man oft hinein, um zu sehen was so begehrt ist/war. In diesem Moment ist die Kaufbereitschaft nach diversen Studien höher als wenn das Regal auch voll wäre.

Dies lässt sich auf den Partnermarkt übertragen: Stark nachgefragte Subjekte werden oft aufgrund der Nachfrage noch stärker gewünscht / konsumiert. Schließlich hat er ja eine, die auch noch gut aussieht. *Die Glückliche.* Diese etwas eigensinnige und gesellschaftlich nicht immer akzeptierte Motivation findet sich nicht bei vielen TeilnehmerInnen, aber bei einigen. *Mir.*

131: Ich sammle Bettgeschichten

May 20, 2006

Ich mag SMS-Battles nicht gerne, weil ich die Gefühle und Schwächen nicht in den Augen meines Kommunikationspartners sehen und geniessen kann.Jura Iris hat mir per SMS heftige Vorwürfe gemacht. Wir hatten am Tag zuvor telefoniert, und sie wollte ein paar Reisetipps haben. *Typisch.* Für Probleme und Fragen bin ich noch zuständig und einer der ersten Anlaufstellen. Aber dann erreichte mich gestern Morgen eine SMS. „Je mehr ich darüber nachdenke, desto absurder wird der Gedanke, dass jemals etwas zwischen uns lief. Deine dumme Einstellung gegenüber Frauen ist absurd. Ich finde es ekelhaft wie du Bettgeschichten sammelst.“ Ja, ich bin dann direkt in den Schmerzmaximierungs-Modus gefallen. Das lass ich mir nicht vorwerfen, ohne dass sie dafür leiden muss. Außerdem stimmt es nicht ganz.
Meine erste Antwort war zum Aufwärmen. „Du erschreckst mich immer wieder, wie wenig du mich in unserer Zeit verstanden und kennen gelernt hast. Ich bin nicht derjenige der herumschläft.“ Das musste als erster herber Schlagabtausch reichen. Schließlich hatte ich ein Meeting, indem ich nicht dauerhaft SMSen konnte. Aber die SMS reichte mir nicht, ich musste noch einen drauflegen. „Man sieht ja daran, wie sehr jeder sich für den anderen eingesetzt hat, wer an einer Bettgeschichte interessiert war und wer nicht. Z.B. bei Krankheit.“ Das war eine Anspielung darauf, dass ich sie während sie zweimal krank war besucht und versorgt hab, und sie das bei mir nicht tat. Das sind einfach so Details, die es mir im Nachhinein noch einfacher machen, das Miststück zu vergessen.

Ihre SMS war nicht zimperlich. „Vor allem weil ich dich jeden Tag mehrfach angerufen hab. Es wäre tausendmal besser nicht passiert.“ Tja, sie hat mich zwar angerufen als ich krank war, aber das ist nicht dasselbe wie besuchen. So etwas versteht sie nicht. Leider war hier mal wieder ein Ungleichgewicht, ich redete mehr als sie. Aber das ist nicht ganz so wichtig. Meine Antwort SMS war zuerst zu weich, dann knallhart. Es gibt einfach ein paar Grenzen, ab denen ich kompromisslos bin. *Inhalte sind verhandelbar, Werte nicht.*

Ich schrieb ihr: „Du verstehst es nicht, du weißt es nicht zu schätzen: Beistand, unserem Urlaub, Hilfe, Fürsorge, Unterstützung, liebevolle Zeiten. Du willst nur eines: Wie Dreck behandelt werden und verletzt werden. Und das ist genau das, was du mir als Dankeschön gegeben hast. Wer ist Fremdgegangen und hat gelogen?“ *Hoho.* Ich denke damit habe ich den Zaunpfahl auf dem Tisch zertrümmert. Schließlich hat sie mich betrogen, ohne Kondom, mit Ben. Und mir danach ins Gesicht gelogen (siehe Artikel „Augen lügen nicht“). Ihre wimmernde Antwort zeigte die Zielgenauigkeit meiner Worte: „Keine Sorge, du hast mich auch schon zu genüge verletzt.“ *Genau das wollte ich auch.* No pain, no gain. Sie wird sich bald einrenken. Ich schickte ihr noch eine Antwort: „Zuerst rufst du mich an, willst Rat, dann beleidigst du mich ohne wahrheitliche Grundlage. Reiß dich mal zusammen.“

Ja, und leider wechselte dann ca. 30 Minuten nach meiner letzten SMS meine Telefonnummer. Ja, ich habe mir eine andere aufgeschaltet, weil die alte zu kompliziert war. Jetzt habe ich eine einfache. Aber dafür habe ich nicht mehr die Antworten von Jura Iris lesen können, wenn es welche gab. Aber es hat schon was. Normalerweise ruft sie nach so etwas abends an. Da hätte sie dann „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ gehört. Aber sie kennt meine anderen Telefonnummern, und ich glaube dieses Mal braucht sie wieder Zeit, bis sie sich regeneriert. Das ist genau die Zeit, die ich für „Payback“ brauche.

130: Payback of the crow: a Man on Fire Teil 1

May 19, 2006

Ich komme näher an ihn ran, als er denkt, und er verrät mir unwissend das, was ich wissen will.Ja, das sind drei der bösartigsten Filme in einem Titel. Sauer bin ich. Die Entwicklung lasse ich nicht auf mir sitzen. Wenn ich nicht etwas dagegen tue, wird es so schnell keiner machen. Und dann wird es weitere Opfer geben. *So geht das nicht.* Ich fühle mich im Zugzwang. Normalerweise wäre mir so etwas zuwider, aber nach den Daten und Fakten geht es einfach nicht anders. Ich muss etwas tun. Das Problem ist nur, dass ich zu viele Ideen habe, und noch nicht ganz weiß, welche ich jetzt realisieren werde. Aber first things first, Zuerst muss ich herankommen…
An wen? An die richtige Freundin von Ben. Ich kenne ihren Vornamen, aber hier heißt sie nur *„Babsi“.* Mit herankommen meine ich nicht mit ihr Schlafen, und auch nicht irgendetwas verraten, sondern nur eindeutig identifiziert haben. Die Herausforderung ist zuerst einmal, sie zu finden. *Sie hat einen seltenen Vornamen,* studiert ein bestimmtes Fach (Medizin) in meiner Stadt, und ist in einem höheren Semester. Ihr Aussehen wird von Jura Iris (nach Infos von Ben) als zierlich, süß und klein beschrieben. Sie hat wohl lange und sehr glatte Braune Haare, die sie offen trägt. Mehr weiß ich noch nicht. Ich gebe zu, es ist nicht viel, sollte aber reichen.

Wie finde ich sie? Es gibt diverse Methoden. Einerseits könnte ich herumfragen. Ich kenne einige MedizinerInnen, aber das wäre gefährlich, vielleicht erwische ich ausgerechnet ihre beste Freundin. Oder niemanden, der sie kennt. *Das ist kein gutes Vorgehen.* Außerdem gibt es mir kaum die gewünschte Kontaktmöglichkeit. Ich will ihren Nachnamen, Ihre Adresse und ihre Telefonnummer. Am Besten noch Hobbies, Lieblingslocations und Background-Infos.

Da gibt es noch zwei andere, sehr direkte Wege. Beide sind aber eindeutig als dreckig zu bezeichnen. *Der Zweck heiligt manchmal die Mittel.*

Möglichkeit 1: Ich gehe zum Studentensekretariat, erzähle etwas von Trennung unserer Eltern, Vater hat neu geheiratet, habe sie 12 Jahre lang nicht mehr gesehen, kenne ihren Nachnamen nicht, möchte aber meine Schwester kontaktieren. Ich kann mit meinen blonden Haaren, der blassen Haut und den klaren blauen Augen sehr unschuldig und brav aussehen. Dazu noch ein Muttersöhnchen Outfit (im wahrsten Sinne des Wortes) macht die Show perfekt. Ich denke das könnte man noch mit einer Packung Merci (igitt) abrunden. Welche 40 jährige und sehr gelangweilte Sekretariatsmitarbeiterin möchte da nicht einer Familienzusammenführung beiseite stehen?

Möglichkeit 2: Ich suche mir einen guten Telefonisten mit Erfahrung. Zwei würden mir direkt einfallen, einer mit über 10 Jahren Erfahrung. Der ruft bei Ben an und erzählt etwas über eine Partnerkarte von seinem Anbieter, Dankeschönangebot, kostenlos telefonieren zwischen seiner Karte und der Partnerkarte (für die Freundin) und der Name der Aktion sei „Spring Partner Card“. Damit er nicht seinen besten Freund angibt, verpacken wir es noch als Geschenk, und legen einen 15 € Wellness Gutschein dazu. Er muss nur den Namen und die Adresse seiner Freundin angeben. Männer sind natürlich nicht zugelassen, nicht moralisch gemeint… Er müsste da anbeißen. Und er verrät mir direkt den Namen seines Schatzes… Die Höhle des Löwen sozusagen. Welch Ironie dabei ist.

Ich hätte noch ein paar abwegigere Möglichkeiten, zumal ich weiß, wo Ben wohnt, wie er heißt und welche Handynummer er hat. Aber das macht die Möglichkeit 2 sehr attraktiv und vielversprechend. Vor allem erfahre ich es direkt aus erster Hand. Dafür muss es vorsichtig angegangen werden. Ich habe ein Handy vom Flohmarkt, dessen IMEI Nummer nicht auf mich zugelassen ist. Und ich habe darin noch nie einer meiner SIM Karten hineingetan. Dazu habe ich noch die vorregistrierte anonymisierte SIM Karte, damit das Ganze zusammenpasst. So wäre der Anruf anonym. Nur so, falls.

Welche Ideen gäbe es denn noch, mit den spärlichen Infos die Babsi zu finden? *Zwei Wochen auf dem Spielplatz bei Ben gegenüber übernachten.* Ich denke Möglichkeit 2 ist dreckig, direkt, failsafe und gerissen genug. Sobald ich ihre Identität habe, beginnt die nächste Phase meines perfiden Planes.

129: Mein Verantwortungsbewusstsein, mein Gerechtigkeitssinn, ein Vorspiel zu Payback

May 18, 2006

Meine Zeit wird kommen, sehr bald.Ich kann extreme Respektlosigkeit nicht ausstehen. Ein Minimum an Verantwortung hat jeder Mensch. Und Menschen, die ihrer Verantwortung nicht nur nicht nachkommen, sondern diese ausnutzen um anderen zu schaden/ auszunutzen sind bei mir ganz unten durch. Man mag mich ein Lehrerkind nennen, aber es gibt einfach einige Menschen, die ich belehren muss. Ich sehe es in meiner Pflicht, in meiner Verantwortung, ihnen ein Stückchen Weisheit und Verantwortungsgefühl aufzudrängen. Dafür gibt es viele Beispiele in meiner Vergangenheit.
Eine Gruppe von fünf jungen türkischstämmigen Mitbürgern hat sich in der Bahn gegenseitig halb zum Spaß als „dreckige Juden“ beschimpft. Da ganz gleich welche *Religionszugehörigkeit niemals eine Beleidigung* sein sollte *(auch nicht Muslimisch),* bin ich freundlich und bestimmt in die Kritik gegangen. Dafür habe ich mir zwar fast einen Schlagring eingehandelt, wenn ich nicht gerade gut im Training gewesen wäre. Eskaliert habe ich nichts, die waren sofort auf 180 als ich sie kritisierte, und dann auch noch zu diesem Thema. Ich habe die drei zu Boden gezwängt und die Polizei geholt. Anzeige wegen Verletzung der Menschenwürde und Volksverhetzung. Einer wurde abgeschoben, die anderen beiden bekamen 60 Stunden Arbeit. Ich wollte keinen hinaus schmeißen, obwohl, jemand der die Grundfeste unserer pluralistischen Gesellschaft und anderen Volksgruppen voller Hass entgegentritt sollte doch raus, schade dass man nicht *bestimmte Deutsche ausweisen* kann.

Oft habe ich mir schon böse Blicke in Meetings eingefangen, wenn ich einen chauvinistischen Kommentar eines Mitarbeiters (nicht meiner Mitarbeiter) freundlich aber sehr direkt zurückgewiesen habe. Als Dienstleister kann man sich das leisten, der Vertrag ist unterschrieben und läuft, feuern kann mich da niemand… Aber auch als Mitarbeiter hätte ich es gesagt, Job hin oder her.

Ich habe noch viele weitere Beispiele. Aber das würde den Rahmen sprengen. Worauf ich hinaus will: Ich habe mit ganz wenigen kleinen Einschränkungen einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Respekt, Anstand, Disziplin, Freundlichkeit und Offenheit sind mir wichtig. Leute die dies so deutlich nicht vertreten, dass andere dadurch wissentlich zu Schaden kommen, fangen sich bei mir sofort Kritik ein. Da ist es mir gleich, ob ich dabei einen wütenden Mob von 15 Leuten kritisiere, oder einen Schrank, eine Oma oder eine attraktive Dame. *Alle sind vor dem Gesetz gleich.* Wer erinnert sich noch an Judge Dredds Lieblingsspruch? „Ich bin das Gesetz“. Das ist eine sehr übertriebene Formulierung. Ich vollstrecke selten etwas, man sollte es als eine sehr ausgeprägte Zivil-Courage betrachten. Diese kommt aber auch nur in Härtefällen zur Geltung. Leute, die über rote Ampeln gehen, falsch parken oder kein Licht anhaben sind mir egal. Ich bin also nicht penibel.

Leichte Einschränkungen gibt es bei mir, und die sind mir sehr unangenehm. Wenn ich mit einer Dame unterwegs bin, werde ich mich eher weniger über einen pöbelnden Mob lautstark beschweren, da ich meine Begleitung in Gefahr bringe. Aber wenn der Mob etwas wirklich Schlimmes vollbringt, muss ich trotzdem eingreifen. Ich werde niemals aus Angstgründen jemand nicht helfen. *Dafür trainiere ich zuviel.* Bitte nicht falsch verstehen: Ich prügele nicht (oder fast nie), ich lasse es auch nicht auf Gewalt ankommen, löse nichts mit Gewalt, und lasse mich auch nicht provozieren. Ich weiß nur, dass ich mir diese Kritik leisten kann, weil ich ohne Probleme mindestens unversehrt weg laufen kann, oder wenn es sein muss, auch so einige Angreifer zu Boden bringen kann. Diese Sicherheit strahle ich beim Eingreifen aus, um die Erfolgsquote zu erhöhen. Erfolg heißt, ohne Gewalt die unliebsame Tätigkeiten zu unterbinden.

Manchmal bekomme ich Etwas über eine Person mit, was mir sehr widerspricht. Wie jetzt auch im Fall Ben. Dann schießen mir zahlreiche Ideen und Gedanken durch den Kopf. Sollte sich dieses „Gerücht“ verifizieren, fange ich gerne mal an etwas zu planen. Und Ben wird sich wünschen niemals in meinen Einflussbereich gekommen zu sein.

128: Die nahe Zukunft, und 18.444 € und wieso ich jetzt einige Tage weg war…

May 18, 2006

18.444 € sind am Montag auf mein Konto eingeschlagen. Nach 6 Monaten harten Kämpfens. Der Kunde hat gezahlt. Das ist die erste Hälfte des letzten Teiles. Also kommen bald noch mal 18.444 €. Aber das Geld gehört nicht mir. *Noch nicht.* Dafür haben mich die letzten Tage sehr gebannt. Eine perfide Idee ist in meinem Verstand aufgekommen und hat mich ergriffen. Parallel dazu stehe ich vor einer Entscheidung, die ich nicht treffen möchte… Das Dilemma… In drei Wochen ist es perfekt.
Natürlich habe ich direkt mal die Hälfte ausgegeben. Für Schuldentilgung. Bevor ich meine Mitarbeiter nicht rechtzeitig bezahlen kann, leihe ich mir Geld zusammen. Aber die Business Angels mussten langsam ihr Geld zurückbekommen. Dann will das Finanzamt noch eine Anzahlung von 8.000 €. Das Geld ist also schell weg. Aber bald kommen die zweiten 18.444 €, und davon gehört Einiges mir. Da kommt dann endlich eine neue Digitalkamera (Spiegelreflex, mindestens 10 MP). Wenn jemand Tipps hat, her damit! Hinzu kommt ein neues richtig kleines und leichtes Notebook (mein Zweites), ein paar 250GB Festplatten, ein wenig Kleidung, ein wenig mehr Küchenzeug (Mixer für hausgemachtes Pesto) …

Aber das ist alles unwichtig. Ich habe mir etwas Böses überlegt. Etwas was nicht zu mir passt. *Oder doch?* Ich halte nichts von Rache, es ist ein niederes Gefühl. Und ich sehe es nicht als Rache, sondern nur als Lehrstunde. Ich werde Ben kennen lernen. Aber Anders. Vielleicht habe ich zuviel Hautnah gesehen. Aber das ist sehr kompliziert. Ich werde ihn nicht beleidigen, noch nicht mal anfassen. Nur etwas wegnehmen, was ihm alles bedeutet. Und das werde ich wie Dreck behandeln und dann wegwerfen. Ja, es ist ekelig, ja es ist primitiv, ja es ist sinnlos. *Aber es macht Spaß.* Und es wird ihm eine Sache geben, die er sonst nicht erhalten wird: Eine Erkenntnis. Aber mehr dazu später. Ich bin eben ein Lehrerkind. Es ist mir unangenehm. Aber ich sehe darin etwas Gutes. *Mehr dazu später.*

Das wirkliche Problem habe ich schon oft angeschnitten, aber noch nicht beschrieben. Es treibt mich in den Wahnsinn. Vielleicht habt ihr Ideen. Ich werde bald darüber schreiben… Hoffentlich finde ich eine Antwort, bevor ich nach ihr gefragt werde.

127: Vermissen, was ist das? Die neue Reihe…

May 17, 2006

Es gibt einfach keine Frau, die alle meine Wünsche erfüllt. Die vier erfüllen jeweils einen Teil völlig, den Rest gar nicht. Das macht sie unvergesslich, und fast verzichtbar.Ich habe oft schon darüber nachgedacht. Was ist Vermissen? Das Vermissen einer Person, wie fühlt es sich an? Manchmal ist es da, manchmal nicht. Aber was macht es aus? Wieso fühlen wir es? Kann man es steuern? Ich habe erschreckende Antworten, kühl, berechnend, gemein und bissig. *Wie immer früher.* Vermisse ich meine Sabrina?
Wir haben uns eine Woche lang nicht mehr gesehen, und die Frage durchbohrt mein Bewusstsein. Wenn nicht, ist es schlecht. Oder? Braucht man „vermissen“? Brauche ich es? Wer braucht es überhaupt? Vermissen ist ein Abfallprodukt, oder doch eine Vorfreude? *Beides.* Nichts davon. Man sagt dazu ja auch „fehlen“. Du fehlst mir. Aber Strom fehlt mir auch, wenn mein Akku leer ist und mein Handy anfängt zu piepsen. Noch ein Beispiel: Sprit fehlt mir definitiv auch, wenn die Tankanzeige rot zeigt. *Fehlen ist es nicht.*

Vielleicht heißt Vermissen, dass man sich unvollständig fühlt, ohne die Person. *Nein.* Ich fühle mich ohne meine Geldbörse auch unvollständig, verloren ohne mein Handy und orientierungslos ohne meinen Haustürschlüssel. Ohne mein Diplom fühle ich mich auch unvollständig. *Das kann es also auch nicht sein.*

Wie wäre es mit schlecht fühlen? Man fühlt sich schlecht, ohne die Person. Dann wäre Vermissen aber negativ, eine Beziehung sollte man sowieso nicht führen, wenn man sich deshalb irgendwie schlecht fühlt. Das ist es also *auch nicht.*

Was ist dann Vermissen? Es spielt sich auf einer anderen Ebene ab. Ich denke oft in Ebenen. Alles hat eine augenscheinliche Ebene, und eine Ebene (oder mehrere) „was dahinter steckt“. Auch hier beim Vermissen ist es mehr. Irgendetwas ist nicht da, weshalb es vermisst wird. Die Person, aber wo ist der Unterschied? Die Anwesenheit der Person ändert also irgendetwas. Aber die Anwesenheit kann nicht alles sein. Ich habe auch schon Frauen vermisst, obwohl sie neben mir stehen. *Oft.*

Es muss also etwas viel Abstrakteres sein. Ich glaube es hat mit Leidenschaft zu tun. Leidenschaft ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Macht man etwas ohne Leidenschaft, wird es nicht gut. Ich arbeite, spreche, denke, fahre und trainiere mit Leidenschaft. Jemand, der sich nicht gänzlich auf eine Sache konzentriert und diese mit Liebe verrichtet, wird immer etwas Schlechteres schaffen als jemand, der diese Tätigkeit mit Leidenschaft betreibt. *Multitasking ist nicht gut.*

Vermissen kommt dann auf, wenn man seine Leidenschaft nicht befriedigen kann. Damit meine ich nicht unbedingt Sex, sondern alles, was man mit seinem Partner erleben kann. Der Neugier nach dieser *hoffentlich* lange Zeit lang interessanten Person nachgehen, mit ihr Reden, mehr gemeinsam erleben und dieser Person immer näher kommen (geistlich). Sobald dieses Verlangen nicht befriedigt werden kann, kommt Vermissen auf. Am deutlichsten wird es, wenn man diese Person körperlich vermisst. Dies lässt sich auch schwer durch ein Telefonat unterdrücken.

Vermissen kann man natürlich nur Etwas, was man nicht haben kann. Man kann also schon das Vermissen anderer Personen beeinflussen, aber nicht wesentlich. *Ich bin darin gut.* Es ist ekelig. Wieder diese Spielchen. Aber anders geht es manchmal nicht. Wieso sollte ich etwas lassen, was ich gut kann? Wie z.B. Jagen?

Aber ich vermisse fast nie. Dieses Gefühl kommt in mir einfach selten auf. Wieso? Weil ich zu sehr *in mich selbst* verliebt bin? Vielleicht. Ich bin kein Egoist und auch kein Narzisst. Mir bereitet es nur Freude, wenn ich etwas Neues machen kann, etwas Neues lerne, etwas Schweres meistere. Herausforderungen zu finden und zu bewältigen ist mein Hauptantrieb. Wieso? Das ist eine andere Geschichte… Aber was ist mit Sabrina, vermisse ich sie?

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